Fachinfo Betreibungswesen

Arten von Betreibung

Das Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz (SchKG) unterscheidet drei Betreibungsarten:

  1. Auf Pfändung:
    Dem Schuldner werden nur so viele Vermögensgegenstände gepfändet, um damit die Schuld tilgen zu können. Diese Art der Betreibung ist die häufigste.
  2. Auf Konkurs:
    Das gesamte Vermögen wird beschlagnahmt und versilbert. Diese Betreibungsart kommt bei im Handelsregister eingetragenen Kaufleuten und Gesellschaften zum Zug. Ausnahme: Eine überschuldete Privatperson kann einen Privatkonkurs herbeiführen.
  3. Auf Pfandverwertung:
    Der Gläubiger ist im Besitz eines Faust- oder Grundpfandes, das dem Schuldner gehört. Dieses führt er nun der Verwertung zu, um damit die Schuld zu tilgen.


Der elektronische Betreibungsschalter unterstützt die Einleitung der Betreibung auf Pfändung oder Konkurs, nicht aber Faustpfand-, Grundpfand- und Wechselbetreibung.

Eine Betreibung einleiten

Der erste Verfahrensabschnitt, die Einleitung der Betreibung, verläuft bei allen Betreibungsarten gleich: der Gläubiger stellt ein Betreibungsbegehren an das Betreibungsamt des Wohnsitzes (bzw. Domizil) des Schuldners. Darin bezeichnet der Gläubiger u.a. eine Forderung, ohne ihre Rechtmässigkeit zu diesem Zeitpunkt nachweisen zu müssen. Das Betreibungsamt erstellt daraus den Zahlungsbefehl, eine formelle Aufforderung, die Schuld zu tilgen, und stellt diese dem Schuldner zu.

Rechtsvorschlag

Der Schuldner hat die Möglichkeit, innerhalb von 10 Tagen nach Zustellung des Zahlungsbefehls Rechtsvorschlag zu erheben. Damit bestreitet der Schuldner das Vorhandensein der Schuld. Mit dem Rechtsvorschlag blockiert der Schuldner die Betreibung – es liegt nun wieder am Gläubiger, das Verfahren in Gang zu bringen.

Rechtsvorschlag beseitigen

Ist Rechtsvorschlag erhoben worden, so liegt es am Gläubiger nachzuweisen, dass die Forderung tatsächlich besteht.

Mittels Rechtsöffnungsbegehren wendet er sich an das zuständige Gericht und belegt seine Forderung, z.B. durch Vorlegen eines Vertrags mit dem Schuldner.

Wichtiger Hinweis!

Die Betreibungs- und Konkursämter werden nie von sich aus tätig – wo kein Kläger ist, da ist auch kein Richter!! Konkret heisst dies, dass der Gläubiger jeden Verfahrensschritt selber einleiten muss. Wenn er nichts unternimmt, schläft das Verfahren ein.

Kosten des Verfahrens

Die Betreibungskosten sind immer vom Gläubiger vorzuschiessen und werden in der Folge durch das Betreibungsamt als Bestandteil der Forderung dem Schuldner in Rechnung gestellt. Die Höhe der Betreibungskosten sind kantonal unterschiedlich und hängen von er Höhe der Forderung ab. Forderungen bis 10'000 Franken ergeben in der Regel Betreibungskosten von 50 bis 100 Franken.


Rechtliche Grundlagen:

Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz (SchKG)

Links:

FAQ zu Betreibungswesen


Grafik Betreibungsablauf (interaktiv)